First-Responder

denn jede Sekunde zählt…

Zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland gehören die Herzerkrankungen. In der Mehrzahl der Fälle bleibt das Herz aber nicht einfach stehen, sondern weist eine vollkommen unkoordinierte elektrische Erregungsleitung auf - sog. Herzkammerflimmern. In diesem Zustand ist der Patient bereits bewusstlos, kann aber mit der richtigen Behandlung mit hoher Wahrscheinlichkeit wiederbelebt werden. Die einzig richtige Maßnahme in diesen Fällen ist zum frühest möglichen Zeitpunkt elektrisch zu defibrillieren.


Der Schock fürs Leben…

Bei einer Wiederbelebung kommt es für den Patienten auf jede Minute an. Je früher er qualifizierte medizinische Hilfe erhält, desto höher ist seine Chance zu überleben. Pro Minute sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Reanimation erfolgreich ausgehen wird, um 10%. Das therapiefreie Intervall, d.h. die Zeit, bis die richtige notfallmedizinische Behandlung eingeleitet werden kann, muss unbedingt so kurz wie möglich gehalten werden!


Der Wettlauf mit dem Tod…

Um das therapiefreie Intervall für die Patienten zu verkürzen, setzt die Freiwillige Feuerwehr Wiepenkathen ihren Einsatzleitwagen, Florian Stade 42/69, als First-Responder-Fahrzeug ein, d.h. das bei bestimmten Einsatzstichworten wie:

  • "Bewusstlose/leblose Person"
  • "Atemstillstand"
  • "Reanimation"

die Wehr zeitgleich zum Rettungsdienst und Notarzt über die Melderkodierung „419“ (BOS-Funk, Kanal 468) mitalarmiert wird. Die First-Responder-Gruppe, die aus Rettungsassistenten/sanitätern sowie geschulten Feuerwehrleuten besteht, begibt sich unverzüglich zum Einsatzort, um sofort die wiederbelebenden Maßnahmen einzuleiten, sofern noch kein Rettungsdienst vor Ort ist.

Zu der medizinischen Beladung des Einsatzleitwagens gehört ein Automatischer Externer Defibrillator (AED), zwei medizinische Notfalltaschen inkl. Beatmungsgerät sowie ein so genanntes Burn-Pack, zur schnellen Brandwundenversorgung.  Außerdem sind alle Kameraden mit der Beladung und dem Umgang mit den Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes eingewiesen.

Um die Ausrückzeit möglichst kurz zu halten, ziehen sich die Kameraden vor dem Einsatz nicht um, sondern fahren den Einsatzort in ziviler Bekleidung an. Während der Fahrt wird lediglich eine   rote   Warnweste   mit   der   Aufschrift „First Responder Feuerwehr Wiepenkathen“ übergestülpt, um eine Erkennbarkeit für den Rettungsdienst und möglichen Angehörigen zu erzielen sowie sich von eventuellen Passanten und Schaulustigen abzusetzen.

Mit dieser Besatzung und der notfallmedizinischen Beladung sowie der Ausbildung seiner Kameraden kann der Einsatzleiter auf eine Großzahl von Notfallsituation angemessen reagieren und die Rettung des Patienten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes einleiten – somit Leben retten.